Die Sache mit der Disziplin.

Disziplin, was genau ist das? Ihr kennt das bestimmt alle: „Mit Disziplin schafft man alles“. Sei es in der Schule, in der Universität, bei der Arbeit oder beim Sport. Diese Disziplin, die fehlt, um rechtzeitig vor einer Klausur zu lernen oder fünf Tage in der Woche laufen zu gehen.

Meiner Definition nach steht Disziplin für eine Eigenschaft, die schwer zu Erlernen und leicht zu Verlernen ist. Ausdauer und Beständigkeit das geplante durchzuziehen, weshalb Disziplin immer über einen längeren Zeitraum nötig ist, wenn nicht sogar das ganze Leben.
Bei Wikipedia hingegen wird das aus dem Lateinischen stammende Wort mit „Lehre, Zucht“ übersetzt. Zu dem bedeute Disziplin die „konsequente Einhaltung von Regeln“. Schön und gut. Es lässt sich sehr leicht lesen, aber so schwer einhalten.

Jede Woche etwas veröffentlichen.

Das hatte ich mir vorgenommen, als ich es endlich geschafft hatte, ein Thema für meinen dritten Artikel zu finden. Hochmotiviert habe ich dann auch den vierten geschrieben und dann nix mehr. Seit April habe ich es nicht mehr geschafft etwas zu veröffentlichen. Dabei ist es gar nicht schwer. Ich meine, es ist ein Blog und an sich kann ich schreiben worüber ich will. Und an Ideen mangelt es mir nicht. Es mangelt mir an Disziplin. Sich selbst Regeln und Ziele zu setzen und diese zu erfüllen. Warum fällt es einem also schwer diszipliniert zu sein?

Disziplin bedeutet Erfolg

Eine gute Note zu bekommen, bedeutet rechtzeitig anzufangen, jeden Arbeitstag genau planen und natürlich das geplante durchzuziehen. Hört sich einfach an, ist aber wirklich schwer für viele und ich zähle mich dazu. Genau so geht es mir mit dem Blog. Schreiben macht Spaß, ich habe Ideen für neue Einträge, und mir geht es nicht darum, dass der Blog berühmt wird, denn das wäre sowieso eine schlechte Motivation, sondern darum das Schreiben zu üben und mit den Einträgen den Ein oder Anderen zu begeistern. Das ist schon für mich ein Erfolg. Ein größerer Erfolg wäre es natürlich regelmäßigetwas zu veröffentlichen. Aber oft öffne ich Google Chrome statt die Word-Datei und verliere mich in YouTube oder Netflix.Dass Erfolg und Disziplin zusammen gehören überrascht deshalb nicht. Erfolg bedeutet, etwas zu erfüllen, dass viel Arbeit und in vielen Fällen Überwindung bedeutet. Den inneren Schweinehund besiegen sozusagen. Deshalb fällt es einem so schwer. Erfolg besteht meist aus kleinen Etappen, die sich zum Ende hin zum großen Ganzen addieren. Doch diese Etappen müssen natürlich erfüllt werden.

Altes Ziel und (hoffentlich) viel Disziplin.

Also werde ich es wieder versuchen einmal in der Woche etwas zu veröffentlichen und dies auch durchzuziehen. Die Motivation ist da. Die Disziplin kommt zusammen mit der Routine, hoffe ich.
Und auch ihr habt bestimmt noch etwas offen. Setzt euch ein Ziel, macht euch einen Plan und dann heißt es: von Etappe zu Etappe zum Erfolg!

Wenn es sogar Goethe sagt.

„Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“ J. W. Goethe

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Eintrag!

Vanesa

 

Die Herausforderung der Herausforderung

Sich zu beweisen ist stets eine Herausforderung, mit der vor allem Jugendliche konfrontiert sind. Und ich rede in diesem Fall nicht von den Herausforderungen in der Schule oder zu Hause, sondern von diesen Herausforderungen, die immer wieder im Internet auftauchen, bei welchen man sich entweder einen Eimer mit kaltem Wasser über den Kopf schüttet („Ice-Bucket-Challenge“) oder einen mit Wasser gefülltem Kondom („Condom-Challenge“) auf den Kopf fallen lässt. Mittlerweile gibt es natürlich noch viele verschiedene Variationen dieser sogenannten „Challenges“. Viele Jugendliche lassen sich von diesen Herausforderungen leiten, weil sie angesagt sind und merken nicht, dass sie zu weit gehen.

Dumm, dümmer, Herausforderungen.

Hinter der „ Ice-Bucket-Challenge“ steckte zumindest noch das Ziel für ALS, eine Krankheit bei der das motorische Nervensystem betroffen ist, zu sensibilisieren. Ehrlich gesagt, habe ich diese Herausforderung trotzdem nicht nachvollziehen können. Die „Condom-Challenge“ wiederum ist wirklich sinnlos. Trotzdem folgten vor allem junge Menschen diesen Trend und es wurden etliche Videos hochgeladen auf den verschiedenen sozialen Netzwerken. Man könnte meinen, diese Herausforderungen seien  harmlos und es sei in Ordnung, wenn sich ein paar Menschen zu Deppen machen, damit andere was zum Lachen haben. Allerdings haben diese Herausforderungen mittlerweile ganz andere Dimensionen erreicht. Im Folgenden werde ich euch  drei Beispiele zeigen, die bei mir die Frage aufwerfen: Muss man wirklich so weit gehen um „cool und angesagt“ zu sein?

1. „Paracetamol-Challenge“: Wie der Name schon zeigt ist diese Herausforderung leichtsinnig wie gefährlich. Hierbei muss man so viele Schmerztabletten Schlucken wie nur möglich. Dass dabei Schäden an Leber und Nieren entstehen und man sogar sterben kann, wird von Jugendlichen einfach ignoriert.

2. „Fire-Challenge“: Das Spiel mit dem Feuer, wird bei dieser Herausforderung sprichwörtlich genommen. Jugendliche reiben sich den Körper mit einer brennenden Flüssigkeit ein und zünden sich anschließend an. Die Flammen werden gelöscht sobald sie zu sehen sind, aber zuerst wird das ganze natürlich noch gefilmt. Witzig nicht?

3. „El reto del pasesito“: Diese Herausforderung entstand in Mexiko und wurde bisher hauptsächlich von Mädchen ausgeführt. Hier ist die Herausforderung genauso einfach und ungefährlich wie die anderen zwei auch. Schließlich muss man sich nur dabei filmen wie man Kokain inhaliert und Freunde markieren, denn wo bleibt sonst der Sinn der Herausforderung.

Mutig oder einfach nur dumm?

Man kann noch viele weitere Beispiele aufführen, die zeigen wie leichtfertig Jugendliche mit ihrer Gesundheit und somit mit ihrem Leben umgehen, nur um dazuzugehören und einen bestimmten sozialen Status zu erreichen. Vielen mag es mutig erscheinen sich anzuzünden oder endlos Schmerztabletten zu schlucken und es gehört ja auch Mut dazu. Aber dieser Mut geht mit Dummheit einher. Warum sollte man also mutig aus Dummheit sein wollen? Dabei ist doch die wirkliche Herausforderung bei solchen Trends eine ganz andere. Was wirklich Mut zeigt, ist sich gegen solche Herausforderungen auszusprechen und riskieren, dass man der „uncoole“ Freund oder die „langweilige“ Freundin ist. Schließlich wird man nicht derjenige sein, der möglicherweise wegen einer Überdosis ins Krankenhaus muss oder diejenige, dessen peinliches Video auf ewig im Netz kursieren werden.

Das ist die Herausforderung der Herausforderung.

Vanesa

Kamera, Licht und Telenovela.

Willkommen in die zur Melodramatik neigende lateinamerikanische Welt. Viele wissen wahrscheinlich nicht, dass Telenovelas zur lateinamerikanischen Kultur gehören. Ja ihr habt richtig gelesen: KULTUR! Sei es als Kind, Teenager oder Erwachsener, die Telenovelas verfolgen dich ein Leben lang, ob du willst oder nicht. Aber meistens willst du. Oder so geht es mir zumindest. Telenovelas sind der Schlüssel, um zu verstehen, weshalb Lateinamerikaner so temperamentvoll sind.

Klischee komm raus oder doch nicht?

Vor allem mexikanische Telenovelas haben das Leben vieler Menschen geprägt, weil sie so voller Leidenschaft, Verrat, Trauer, Liebe, Liebeskummer, Freundschaft, Liebeskummer und Intrigen sind. Ach und habe ich schon Liebeskummer erwähnt? Aber das ist denke ich jedem klar. Liebe und Geld spielen immer eine ganz große Rolle.

Verbotene Liebe

Beide sind der Grund, weshalb José Alejandro Damián Rodriguez de Montoya nicht mit Clarita Perez zusammen sein kann. Er liebt sie und sie liebt ihn, aber sie kommen aus verschieden Welten, wie die Namen schon zeigen. Kurze Erklärung hier: Je länger der Name, desto reicher die Person und desto schwieriger die Liebe. José soll die böse und intrigante Gabriela Veronica Isabel Reyes heiraten und das Imperium seines Vaters übernehmen. Stattdessen verliebt er sich in das Hausmädchen Clarita und will ein einfaches Leben führen. Nebenbei taucht ein geheimer Brief auf, der besagt Josés tot geglaubte Cousine würde noch leben. Und so ist das ganze Drama vorprogrammiert, wenn ihr überhaupt versteht was ich meine. Es folgt der Kampf um Josés Liebe und Geld. Wobei Clarita an seiner Liebe interessiert ist und Gabriela eher an seinem Geld. So oder so ähnlich sind die meisten Telenovelas aufgebaut.
Um euch selbst einen Eindruck zu machen, lasse ich euch hier mal die Intros der Telenovelas, die man als Lateinamerikaner kennen muss! Natürlich nicht in und auswendig, aber ich garantiere euch, es gibt keinen Lateinamerikaner, der nicht davon zumindest gehört hat.

1. „Betty la fea“ oder vielen als „Ugly Betty“ bekannt, ist eine der erfolgreichsten Telenovelas, die uns Kolumbien im Jahre 1999 geschenkt hat. Beatriz Aurora Pinzón Solano ist Sekretärin bei einem Modemagazin und wird wegen ihres Aussehens diskriminiert. Doch sie schafft es aufgrund ihrer Persönlichkeit das Herz ihres Chefs zu erobern! Für die deutschen Zuschauer brachte man „Verliebt in Berlin“ auf den Bildschirm.

 

2. „Marimar“ ist eine mexikanische Telenovela, die im Jahre 1994 ausgestrahlt wurde. Marimar ist ein Mädchen, das zusammen mit ihren Großeltern ein Häuschen am Meer bewohnt. Sie verliebt in Sergio, der aus einer reichen Familie kommt und dessen Mutter alles tut, um beide auseinanderzubringen.

 

3. „Rebelde Way“ gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. An der Elite Way School treffen Jugendliche aufeinander, die nicht unterschiedlicher sein könnten und trotzdem haben sie eines gemeinsam: die Musik. Neben ihren Auftritten als Gruppe besteht ihr Leben aus all den oben genannten Elementen…vor allem aus Intrigen. Also alles was das Herz begehrt.

 

Spiegel der Gesellschaft?

Das beeindruckende an Telenovelas ist, dass sie die lateinamerikanische Gesellschaft so darstellt wie sie wirklich ist. Zumindest habe ich diesen Eindruck bisher. Menschen die stets mit übertriebener Mimik und Gestik sich darüber auslassen, dass José Alejandro -ach ihr wisst schon wen ich meine-unmöglich mit Clarita zusammen sein kann, denn er ist doch reich und gutaussehend und sie ist…nun ja sie sieht zwar auch gut aus, aber sie ist eben das Hausmädchen. Vor allem in Mexiko bekommt man diesen Eindruck, wenn man hinter der Fassade der Reichen und Schönen blickt. Sie sind in ihrer eigenen Telenovela gefangen und können nicht aufhören sich darüber auszulassen, dass verschiedene Gesellschaftsschichten einfach nicht miteinander kombinierbar sind. Liebe hin oder her. Geld und Ansehen sind für sie nun mal wichtiger.

Was mich betrifft, ich schaue jetzt erstmal Folge 156 der ersten Staffel von Rebelde Way.

Somit habe ich nur zu sagen: Kamera, Licht und Telenovela!

Vanesa

Sag mir, hast du auch Fernweh?

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Atlixco, Mexiko. 2015.                                                                      ©Vanesa Heilig

Dieses Gefühl, das immer wieder aufkommt, wenn Leute über Reisen und deren persönliche Entwicklung dabei reden, gestaltet sich manchmal als unerträglich. Am liebsten würde man seine sieben Sachen zusammenpacken und wieder losziehen. Einfach aufbrechen, egal ob mit dem Auto, Zug, Bus oder Flugzeug und mit dem Ziel sich auf neue Abenteuer zu begeben und das Fernweh zu lindern.
Das ist der „Nachteil“ als Kind einer reisefreudigen Familie. Und nein natürlich ist es kein Nachteil an sich, weil man gelernt hat stets offen gegenüber anderen Kulturen und Menschen zu sein. Man hat gelernt lange Reisen in alten, staubigen Busse und halbfertige Straßen auszuhalten. So wie es eben ist, als waschechtes bolivianisches Kind. Hierbei setzt man als Orte zum Ausruhen natürlich nicht auf Fünf-Sterne-Hotels, sondern auf einfache Hostels oder gar aus Lehm gebaute Häuser. Wer braucht schon materieller Luxus, wenn man Luxus einer ganz anderen Art besitzt? Dieser Luxus pure Lebensfreude zu genießen und zu wissen, man hat die Möglichkeit an genau solchen Orten aufzuwachen und etwas zu erleben, was vielen Menschen vorenthalten bleibt.
Trotzdem habe ich mir die Frage gestellt, weshalb manche Menschen sich mit Fernweh „quälen“ während andere der Heimat-Typ sind.

Generation Wanderlust

Der Begriff „Wanderlust“, welcher für den Wunsch stets zu reisen steht, verfolgt uns mittlerweile überall und ich habe den Eindruck, vor allem wir 90er Kinder haben diesen Begriff sehr geprägt und in der Gesellschaft in einem ganz neuen Aspekt etabliert. Während es sich früher auf das Wandern in der Natur bezog, steht er heute für unser Fernweh. Für diese Nostalgie los zu ziehen und Länder für sich zu entdecken und natürlich dabei interessante Menschen kennen zu lernen. Seit kurzem gibt es sogar eine wissenschaftliche Studie, die den umgangssprachlich genannten „Wanderlust-Gen“ erklärt. Das DRD4-7R-Gen, tragen nur 20% der Bevölkerung. Die Träger dieses Gens neigen eher dazu aufzubrechen und neue Länder und Kulturen zu entdecken. Aber sie neigen auch dazu nach dem Motto „No Risk, No Fun“ zu leben. Das erklärt natürlich manche nächtlichen Entscheidungen, die ich in meinem Auslandsjahr getroffen habe…Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts.

Vielleicht ist wirklich das „Wanderlust-Gen“ für das Fernweh verantwortlich oder auch einfach nur unsere Neugier. Diese Neugier, die in jedem schlummert und immer auf der Lauer ist. Bei manchen –wie zum Beispiel bei mir- ist sie ausgeprägter, bei anderen eben nicht. Menschen, die es lieben zu reisen, ohne den materiellen Luxus-Anspruch, sind meinen Eindrücken und Erfahrungen nach, hauptsächlich von ihrer Neugier getrieben. Diese Neugier treibt uns in die Arme des Unbekannten, das nur auf uns gewartet hat. Es ist ein menschlicher Impuls, den wir in uns tragen, nur nicht uns weiter zu bilden, sondern auch zu überleben und daran zu wachsen.
Die Welt da draußen wartet also darauf von uns erforscht zu werden? Ich persönlich glaube, dass wir diejenigen sind, die darauf warten sie zu erforschen. Mancher mit sehr viel Erfolg, andere wiederum nicht. Die Welt wird noch eine Weile da sein, aber wir nicht. Deshalb, sollten wir uns nicht vorenthalten unsere Neugier nach Unbekanntem zu folgen, mit oder ohne „Wanderlust-Gen“.

„Die Glücklichen sind die Neugierigen“, Friedrich Nietzsche.

Fernweh ist also etwas Gutes. Reisen ist etwas Gutes. Frei leben ist etwas Gutes.

Also sag mir, hast du auch Fernweh?

Vanesa

Ohne Fischsauce geht gar nichts

von Chi Nguyen

In Berlin Essen gehen kann man als endlose Weltreise betrachten. Möchte der typische. Berliner gern mal Abends mit Freunden essen gehen, führt der Weg oft zum neuen Szene-Vietnamesen.

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Klassische Pho Suppe (© Chi Nguyen)

Vietnamesische Restaurants sind in Berlin keine Seltenheit. Doch muss man unterscheiden. Es gibt auf der einen Seite die 0815 asiatischen Lokale, die zwar von Vietnamesen betrieben werden, doch das Essen ist eher Fusion Food aus fast jedem Land Asiens. Auf der Speisekarte stehen thailändische Currys oder Sushi Menüs. Nicht sehr authentisch, aber auch nicht gleich schlecht. Gut für durchschnittliche Bedürfnisse, aber nichts für den Berliner Feinschmecker.

Viele haben jedoch die Auffassung, dass das Essen, das dort serviert wird, tatsächlich vietnamesisch ist. Es steht ja „traditional vietnamese cuisine“ draußen am Eingang, das kann einen Asia-Neuling ziemlich verwirren. Auf der anderen Seite gibt es die Szene-Restaurants, die sich wegen ihrer anscheinenden Authentizität so nennen dürfen.

Quynh Hoa Nguyen ist vor mehr als 20 Jahren nach Deutschland gekommen und ist leidenschaftliche Köchin innerhalb der eigenen vier Wände. Für sie macht den typischen vietnamesischen Geschmack die Fischsauce aus, auf vietnamesisch nước mắm. Eine Flasche der klaren braunen Flüssigkeit steht immer bei ihr im Schrank, denn ohne Fischsauce geht gar nichts. Ihrer Meinung nach, ist nicht das Essen was die Szene- Restaurants so besonders macht, sondern das Optische. Das Ambiente, die Dekoration, die Präsentation des Essens. So lange es schön angerichtet ist, ist der Erfolg fast garantiert.  Aber das kann es ja nicht gewesen sein.

Was macht die vietnamesische Küche hier in Berlin so beliebt? „Es ist gesund, hat sehr große Vielfalt und ist ungewöhnlich.“, sagt Quynh Hoa. Ungewöhnlich genug, um exotisch und interessant zu sein, gleichzeitig jedoch angepasst an den europäischen Gaumen. Denn wenn man mal das Dong Xuan Center in Berlin Lichtenberg besucht, setzt man dort Fuß in die unmaskierte und leicht unschöne Wahrheit der asiatischen Esskultur. Für die Vietnamesen ist das ein Stück Heimat in der Großstadt. Ein Ort wo sie nichts verstecken oder sich für nichts entschuldigen müssen. Wem es nichts passt, weiß wo sich die Tür befindet. Glücklicherweise schlendern die nicht vietnamesischen Besucher gerne durch die Hallen des Centers und können hautnah authentische vietnamesische Kultur erleben.

Isst man hier zu Mittag, kann man sich darauf einstellen, dass das Ambiente nicht so hübsch und gemütlich ist wie in einem Restaurant in Prenzlauer Berg. Stefanie Flamm schrieb in einem Artikel über das Dong Xuan Center für „Die Zeit“ : „Hier wird keine Illusion von Urlaub verkauft, hier gibt es wie zu Sauer-scharf-Zeiten eingeschweißte Karten, Plastikstäbchen und Kantinengeschirr.“

Hier kochen Vietnamesen für Vietnamesen. Die findet man nämlich nicht essend im neuen, coolen Restaurant in Mitte, sondern laut schlürfend in Lichtenberg. Nichtsdestotrotz ist Berlin eine Stadt zum Schlemmen. Egal bei Monsieur Vuong in der Alten Schönhauser Straße oder bei Duc Anh in Halle 3. Also Stäbchen hoch, auf geht’s!

Bloß nichts essen oder trinken

Von Vanesa Heilig, Berlin 05.01.2016

Sag mir was du isst und ich sag dir wer du bist. Aber wie ist es, wenn jemand nichts isst? Wenn jede Mahlzeit und jeder Bissen zu einer Qual wird? Was ist, wenn selbst Wasser zu einer „Kaloriengefahr“ wird? Die heute 17-jährige Sofia* litt ein Jahr lang an Magersucht, auch Anorexie genannt, eine Essstörung die ihr in dieser Zeit die Liebe zu sich selbst und ihrem Körper genommen hat. Bis heute trägt sie die Folgen davon.

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Ein Paar Apfelstücke müssen reichen. So Wenig wie möglich zu sich nehmen, um möglichst dünn zu werden.                                                                                                              © Vanesa Heilig

Alles fing an als Sofia zwölf Jahre war. Die damalige Siebtklässlerin sah zu den Oberstufenschülern ihrer Schule auf und wollte ihnen Gefallen. Wenn sie aber ihren Körper im Spiegel betrachtete, sah sie nur überall Masse, die einfach an jeder Stelle zu viel war. Besonders ihr Bauch habe ihr gestört, weshalb sie auch auf ihn einschlug. Kommentare von ihren Mitschülern“ wie „Fetti“ oder „Sie geht bestimmt unter“ beim Schwimmunterricht, nagten an ihrem Selbstbewusstsein und verstärkten den Wunsch dünn zu sein. Also wurden zuerst die Süßigkeiten weggelassen. Es kostete an Überwindung, aber sie schaffte ihren Wunsch danach zu unterdrücken.Parallel dazu fing sie an Fertiggerichte zu kaufen, die nicht mehr als 96 Kalorien beinhalten.„Ich habe viel davon gekauft, aber letztendlich nicht gegessen.“, erzählt sie. Es folgte die Führung eines Essensplans. In diesem schrieb sie auf wie viel Kalorien das Obst und Gemüse hatten, die sie gerne aß. Die Krankheit wurde so extrem, dass sie davon überzeugt war, Flüssigkeiten seien ebenfalls Dickmacher, auch Wasser.

 

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Wenn Essen zur Pflicht wird: Ein auszug aus ihrem Essensplan.©privat

„Alle Magersüchtige, fangen damit an Kalorien zu zählen und sich genau aufzuschreiben, was sie zu sich nehmen und wie viel davon. Allerdings kommt es nicht bei allen zu dem Gedanken Wasser mache dick. Im Gegenteil, die meisten Magersüchtigen ersetzen die Mahlzeiten mit Wasser, um nicht essen zu müssen.“, erklärt Dr. Anna W.*, Psychologin und Verhaltenstherapeutin.

Ihre Laune wurde schlechter, sie war ständig müde, aggressiv und nahm einfach nicht Rücksicht auf andere. Dass ihre Knochen sich abzeichneten und sowohl ihre Eltern als auch Freunde sie darauf aufmerksam machten, interessierte Sofia nicht. Der Blick in den Spiegel zeigte ihr, da sei immer noch zu viel. Nur noch 38 Kilo wog sie, als ihre Einweisung in die Klinik erfolgte und sie über eine Sonde ernährt wurde. Sie schildert: „Eine Woche länger und ich hätte tot sein können, wurde mir vom Arzt mitgeteilt.“ Es folgte eine psychologische Behandlung, die ihrer Meinung nach ihr überhaupt nicht geholfen hat, da sie sie sich von der Psychologin nicht verstanden fühlte.

Sie wisse nicht genau wann und wie, aber irgendwann habe sie angefangen wieder normal zu essen. Auch vielleicht, weil ihr Onkel mit ihr gewettet hatte, wenn sie es schaffe gesund zu werden, übernehme er die Finanzierung ihres Mofa Führerscheins.

Laut statista stieg 2014 die Zahl der Anorexie Erkrankten auf 8449, 2013 waren es 7760. Es liege an den sozialen Netzwerken, wie Facebook oder Instagram, die es leichter machen Jugendliche in ihrer Selbstwahrnehmung zu beeinflussen. Auf Instagram gebe es Hashtags wie „#ana“ oder „#mia“, unter denen sich Anorexie und Bulimie Erkrankte austauschen und gegenseitig motivieren noch dünner zu werden. Dr. Anna W. ist der Meinung die Betreiber dieser Netzwerke tragen die Verantwortung dagegen vorzugehen, umso auch den Erkrankten zu helfen.

Heute zählt Sofia zwar keine Kalorien mehr, aber wenn sie das Gefühl hat zu viel gegessen zu haben, übergebe sie sich. Sie ist der Überzeugung, die Krankheit werde sie für immer begleiten.

 

*Name von der Autorin geändert

**Dr. Anna W. möchte nicht ihren ganzen Namen veröffentlicht haben.

Vanesa mit einem ’s‘

Hallo und Hola an euch alle!

Der erste Blog-Eintrag, das erste Kennen lernen. Auf geht’s!
Ich bin der „bol“- Teil dieser Seite, der ausgeschrieben für Bolivien steht. Bolivien gehört genauso zu mir wie Deutschland und auch Argentinien. Ja klingt zunächst verwirrend aber es ist ganz einfach: Argentinien, um genauer zu sein San Salvador de Jujuy ist meine Geburtsstadt nennen. Aufgewachsen bis zu meinem neunten Lebensjahr bin ich in Uyuni, Bolivien. Und danach ging es ins 10 344, 87 km entfernte Deutschland, um genau zu sein nach BaWü. Und ja was soll ich dazu sagen: Plötzlich findet man sich zwischen zwei Kulturen, zwei Sprachen und zwei Welten, die einfach unterschiedlicher nicht sein können. Zwischen der deutschen Disziplin und der lateinamerikanischen Spontanität, lebt sich das Leben am besten.

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„La Casa Azul“- Frida Kahlo Museum in Mexiko City.         ©Eva  Fernanda Gutierrez Fleig

 

Fakten, Fakten und noch mehr Fakten:

1. Für alle, die es nicht wissen: Bolivien liegt in Südamerika und nein dort wird nicht „Bolivianisch“ gesprochen, sondern Spanisch. In Bolivien  befindet sich eines der schönsten Orte der Erde: Der Salar de Uyuni. Hierbei handelt es sich um eine Salzwüste, dessen Fläche mehr als 10 582 km² beträgt. . In Bolivien Spricht man von dem Ort, an dem Himmel und Erde aufeinander treffen, da sich in der Regensaison eine Wasserschicht  auf der Fläche  bildet, die den Himmel spiegelt.

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Der „Salar de Uyuni“ ist immer eine Reise wert.                                                        ©Vanesa Heilig

 

2. Ja meinen Namen spricht man trotzdem wie „Vanessa“ aus. Im Spanischen gibt es eben kein doppel-S. Trotzdem habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, dass manche es bevorzugen mich Vaneeeeeeeesa zu nennen. Spitznamen habe ich ja ohnehin genug.

 

3. Derzeit lebe ich in in der wohl, meiner Meinung nach, schönsten Stadt Deutschlands: Berlin.

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Immer wenn ich diesen Turm sehe, weiß ich: Ich bin zu Hause.                         ©Vanesa Heilig

 

4. Dass ich Journalismus studieren werde, war mir schon früh klar. Vor allem seit dem Tag, als ich an meiner Grundschule in Bolivien den Bürgermeister interviewen durfte. Ein uvergessliches Ereignis auf jeden Fall! Und super neugierig bin auch. Zumindest ist eine Voraussetzung erfüllt.

 

5. Ansonsten Bestand meine Kindheit aus Bücher, Bücher und noch mehr Bücher! Ich liebe es zu lesen. Es gibt keinen Besseren Begleiter als ein gutes Buch. Zu meinen absoluten Lieblingsbücher gehören Erich Kästners „Emil und die Detektive“ und Ödön von Horvárths „Jugend ohne Gott“.

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6. Auch Serien und Filme schauen gehören zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.“Dead Man“ von Jim Jarmusch ist mein All-time-Favorite! Was die Serien angeht bleibt für mich „Breaking Bad“ meine Nummer 1.

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Normalerweise mag ich keine Western-Filme und vor allem nicht in schwarz-weiß. Aber dieser hier lohnt sich wirklich!

7. Zu meinem Musikgeschmack kann ich nicht viel sagen, außer dass wirklich kein Fan von Heavy Metal, Volksmusik und Country bin. Ansonsten immer her damit mit den Musikempfehlungen! Hier eine Kostprobe der bolivianischen Musik.

Unnützes Wissen dazu: Das Lied „Lambada“, das Ende der 80er und in den 90er eine Tanzeuphorie ausgelöst hat, ist eigentlich ein Plagiat von diesem Lied. Und Jennifer Lopez tanzt auch dazu „On the floor“.

 

8. Ich bin so extrovertiert! Nee okay, doch nicht so extrovertiert. Ich bin eher schüchtern, wenn es darum geht neue Leute kennen zu lernen, zumindest empfinde ich das so, auch wenn viele meiner Freunde sagen, es stimme nicht.

 

9. Ich LIEBE den Karneval in Bolivien! Bunte handgefertigte Trachten, Musik, Feierstimmung und tanzen bis zum umfallen. Der Karneval in Oruro ist UNESCO-Welterbe und eines der Sachen, die man im Leben unbedingt miterlebt haben muss. Sei es auch „nur“ als Zuschauer. Getanzt wird es sowieso!

 

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Der „Kullawada“-Tanz beim Karneval 2015 in Oruro, Bolivien.                             ©Vanesa Heilig

 

10. „I’m in love with cities I’ve never been to and people I’ve never met.“ – Melody Truong

EIne Sache, die ich wirklich liebe und wohl immer lieben werde ist das Reisen. Egal, ob mit dem Flugzeug, Bus oder Auto. Es gibt nichts Schöneres für mich als neue Länder. Kulturen und Menschen kennen zu lernen. Meine Familie bezeichne ich als „Nomaden-Familie“, weil wir einfach nicht für längere Zeit an einem Ort sein können. Wir sind sogar innerhalb des Ortes mindestens zwei Mal umgezogen. Ich denke daher kommt es, dass es mich stets woanders hinzieht. Etliche Reisen sind natürlich schon geplant und warten nur noch darauf verwirklicht zu werden!

Bis bald und hasta pronto!

Vanesa mit einem ’s‘

 

 

 

About: Chi

Guten Tag,

Mein Name ist Chi und es ist Zeit, dass wir uns kennenlernen. Ich bin 19 Jahre jung und eine Sache, die man über mich wissen sollte ist, dass man mich sehr leicht zum Lachen bringen kann. Außerdem bin ich stolze Berlinerin und der festen Überzeugung, dass Berlin der schönste hässliche Ort auf der Welt ist.

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© Chi Nguyen

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Plötzlich Am Meer Festival 2015, © Chi Nguyen

Ich studiere Journalismus an der DEKRA Hochschule für Medien zusammen mit der lieben Vanesa und wir beide haben bolvie berlin ins Leben gerufen. Was man hier erwarten kann, ist nicht ganz gewiss, aber das hier ist ein Platz für das Ungewisse. Für Vielfalt und für fliegende Gedanken.

Gut, dann würde ich mal etwas mehr über mich erzählen. Nur wo fang ich da an…

„This is happening. […] I can see it.
This one moment when you know you’re not a sad story,
you are alive.
And you stand up and see the lights on buildings
and everything that makes you wonder,
when you were listening to that song
on that drive with the people you love most in this world.

And in this moment, I swear, we are infinite.“

–Stephen Chbosky, The Perks of being a Wallflower 

Diese Zeilen stammen, aus einem der schönsten Bücher, die man lesen kann,wenn man als junger Mensch an chronischem Selbstzweifel leidet. Es sind die letzten Worte aus dem Buch, die mir immer noch Gänsehaut verleihen, wenn ich sie lese. Und insgeheim hoffe ich immer noch so in  5, 10 oder auch 20 Jahren zu denken. Das Schlimmste für mich wäre, zu vergessen, wie es ist jung zu sein. Naiv und dumm. Später dann aber die „Good old times“. Vergesst niemals unendlich zu sein.

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© Chi Nguyen

Ich genieße entspannte Weinabende in guter Gesellschaft. Ich liebe den Spätsommer. Ich gehe gerne zu elektronischer Tanzmusik feiern. Habe auch mittlerweile abgelegt, mich darum zu kümmern, was andere von mir denken. Das ist sehr von Vorteil, wenn man auf leerer werdenden Tanzfläche, um 4 Uhr morgens,zu dröhnendem Bässen abgeht. Das man so mehr Spaß als die Anderen hat, ist garantiert.

So sehr Berlin auch mein Zuhause und meine Heimat ist, habe ich das Glück, an zwei Orten zuhause zu sein. Meine Familie kommt aus Vietnam, das persönlich gesehen, das schönste Land Asiens ist. Und ja mein Nachname ist Nguyen und nein, Chinabox und Hundefleisch sind nicht der Inbegriff vietnamesischer Esskultur. Vietnam ist viel mehr, als die Klischees besagen. Aber eigentlich logisch, oder?  Es ist ein Land, dass man persönlich gesehen haben muss, um zu verstehen wie magisch es ist.

Magie ist auch so eine Sache. Ich jage ihr hinterher, überall wo es mich hintreibt. Bin halt durch und durch ein Träumermädchen.

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© Chi Nguyen

Die meisten magischen Momente habe ich auf Reisen erlebt. Glücklicherweise bin ich schon viel auf der Welt rumgekommen. An einen Roadtrip durch Europa mit meinem Vater erinnere ich mich gern zurück. Mein liebster Ort, an dem ich bisher war, ist auf jeden Fall Singapur. Wunderschöne Stadt, wunderschöne Menschen und natürlich ganz viel Magie. Meine nächste Reise geht im März nach Island. Ein großer Traum von mir seit ungefähr 6 Jahren. Seit ich meinen besten Freund kennengelernt hab.

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Downtown Singapur © Chi Nguyen

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© Chi Nguyen

Außerdem spüre ich Magie bei jedem Sonnenauf- oder Untergang, den ich erleben kann. Wie man auf dem Zweiten Foto sieht, tanze ich auch gerne mal in den Sonnenuntergang.

Einer meiner All time favorite Songs. Für alle einsamen Herzen, gestressten Workaholics   und von Melancholie getriebenen Seelen.  Eigentlich für jeden. Gönnt euch 3 Minuten Hoffnung.

Neben guter Musik lässt Fotografie mein Herz höher schlagen. Vor allem Analoge. Diese Vorsicht keine Belichtung auf einem Film zu verschwenden, grandios. Sowieso hab ich eine Vorliebe für das Alte. Alte Filme, alte Musik, alte Mode. Wie meine Mutter immer sagt: „Du bist eine 80-Jährige Seele in einem 19-Jahre alten Körper.“ Da stimme ich nicht hundertprozentig zu, aber gut, dann ist das halt so. Eine moderne 80-Jährige, wenn dann. Soziale Medien machen mir Spaß. Auf Instagram oder Snapchat teile ich gerne kleine Momente aus meinem Leben. Und nun bin ich auch auf WordPress zu finden.

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© Chi Nguyen

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© Chi Nguyen

Viel mehr fällt mir jetzt auch erstmal nicht ein, was ich hier über mein bescheidenes Ich erzählen könnte, deswegen verabschiede ich mich fürs Erste.

Ein rosaroter Panther hat mal gesagt: „Heut‘ ist nicht alle Tage. Ich komm wieder, keine Frage!“

Chi Nguyen